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Anmerkungen zur Transkription:

Die Originalschreibweise und kleinere Inkonsistenzen in der Formatierungwurden prinzipiell beibehalten. Nur offensichtliche Druckfehler im Text wurden korrigiert.Eine Auflistung der Korrekturen befindet sich am Ende des Textes.

Der Originaltext ist in Fraktur gesetzt. Text in Antiqua (nicht inFraktur) wurde durch eine andere Schriftart gekennzeichnet: Text in Antiqua

Groß geschriebene Umlaute erscheinen im Originaltext als Ae, Oe und Ue.Diese wurden zur Leseerleichterung in Ä,Ö und Ü konvertiert.

 


 

 

 

Rittmeister Brand.

Bertram Vogelweid.


Zwei Erzählungen

von

Marie von Ebner-Eschenbach.

Verlags-Logo

Berlin.

Verlag von Gebrüder Paetel.

1896.


Alle Rechte, vornehmlich das der Übersetzung in fremde Sprachen,vorbehalten.


 

 

Ihrer Königlichen Hoheit der durchlauchtigsten Prinzessin

Mary von Hannover

in tiefster Verehrung

 

 

zugeeignet.

 

 


[1]

Rittmeister Brand.

I.

Dietrich Brand entstammte einer uralten angesehenenKaufmannsfamilie. Seit fast einem Jahrhundertbestand das Rohseidengeschäft Brand & Co.in Ehren auf dem Wiener Platze. Es hatte seineBegründer und ihre nächsten Nachfolger reich gemachtund trotz der Ungunst der Verhältnisse inden letzten Decennien keinen Rückgang erfahren.Diesen Erfolg verdankte das Haus der Tüchtigkeitseines Chefs, und Niemand zweifelte, daß seinwillensstarker und energischer Sohn sein Nachfolgerwerden würde. Durch lange Zeit blieb das streng,sogar vor einander bewahrte Geheimniß seiner Eltern:Dietrich zeigt zum Kaufmannsstande wenig Lust undTalent.

Trotzdem war es ein Tag des Entsetzens fürsie, als er kam und ihnen seinen unerschütterlichen[2]Entschluß kund that, nichts anderes zu werden,als wozu er sich im Innersten berufen fühlte,Soldat.

Warum Soldat, um Gotteswillen? Warumnicht Beamter oder Landwirth, wenn schon durchausnicht Kaufmann? – Ja, weil er dazu beitragenwollte, die außer Rand und Band gerathenen Menschenwieder an Zucht zu gewöhnen. Weil er erziehenwollte, wie er von klein auf gethan. Dasmußten die Eltern gelten lassen. An dem Hundeund Papagei seiner Mutter, an den Tauben undSpatzen, die er mit Weißbrotkrumen auf den Fenstersimslockte, an Allen hatte er – und mit Glück– erzogen. Im Sommer, wenn die Familie inihrer Villa in Neuwaldegg Aufenthalt nahm, kamendie Kinder dran. Da war er immer von einemTrupp umgeben, den er commandirte und der ihmgehorchte, weil es sich von selbst versteht, daß mandem Dietrich Brand gehorcht.

Dem Vater wollte das Befehlshaberische imWesen seines Sohnes nicht gefallen: »Aus Dir wirdeinmal ein Schulmeister,« sprach er zu ihm.

»Nicht ein Schulmeister, ein General,« antwortete Dietrich.

[3]Ja, sie hätten es

...

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