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by Mike Pullen and Delphine Lettau.bit version.

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Kater Martinchen

Ernst Moritz Arndt

Einundzwanzig vorpommersche Sagen

Inhalt:

Geschichte von den sieben bunten Mäusen
Prinzessin Svanvithe
Der Riese Balderich
Die Unterirdischen in den Neun Bergen bei Rambin
Abenteuer des Johann Dietrich
Das Silberglöckchen
Der gläserne Schuh
Der Alte von Granitz
Der Falscheid
Rattenkönig Birlibi
Das brennende Geld
Kater Martinchen
Thrin Wulfen
De Kröger van Poseritz
De Brügg bi Slemmin
Schipper Gau un sin Puk
De witte Fru to Löbnitz
De Prester un de Düwel
De Wewer un de Steen
Die alte Burg bei Löbnitz
Der Rabenstein

Geschichte von den sieben bunten Mäusen

Vor langer, langer Zeit wohnte in Puddemin ein Bauer, der hatte eineschöne und fromme Frau, die fleißig betete und alle Sonntage undFesttage zur Kirche ging, auch den Armen, die vor ihre Türe kamen,gern gab. Es war überhaupt eine freundliche und mitleidige Seele undim ganzen Dorfe und Kirchspiele von allen Leuten geliebt. Nie hatman ein hartes Wort von ihr gehört, noch ist ein Fluch und Schwuroder andere Ungebühr je aus ihrem Munde gegangen. Diese Frau hattesieben Kinder, lauter kleine Dirnen, von welchen die älteste zwölfund die jüngste zwei Jahr alt war: hübsche, lustige Dingelchen.Diese gingen alle übereins gekleidet, mit bunten Röckchen und buntenSchürzen und roten Mützchen; Schuhe aber und Strümpfe hatten sienicht an, denn das hätte zuviel gekostet, sondern gingen barfuß. DieMutter hielt sie nett und reinlich, wusch und kämmte sie morgens frühund abends spät, wann sie aufstanden und zu Bett gingen, lehrte sielesen und singen und erzog sie in aller Freundlichkeit undGottesfurcht. Wann sie auf dem Felde was zu tun hatte oder weitausgehen mußte, stellte sie die älteste, welche Barbara hieß, überdie andern; diese mußte auf sie sehen, ihnen was erzählen, auch wohletwas vorlesen. Nun begab es sich einmal, daß ein hoher Festtag war(ich glaube, es war der Karfreitag), da ging die Bauerfrau mit ihremManne zur Kirche und sagte den Kindern, sie sollten hübsch artig sein;der Barbara aber und den nächst älteren gab sie ein paar Lieder aufaus dem Gesangbuche, die sie auswendig lernen sollten. So ging sieweg. Barbara und die andern Kinder waren anfangs auch recht artig;die älteren nahmen die Bücher und lasen, und die kleinsten saßenstill auf dem Boden und spielten. Als sie so saßen, da erblickte daseine Kind etwas hinter dem Ofen und rief: "O seht! Seht! Was istdas für ein schöner und weißer Beutel!" Es war aber ein Beutel mitNüssen und Äpfeln, den die Mutter des Morgens da hingehängt hatteund den sie des Nachmittags einem ihrer kleinen Paten bringen wollte.Die meisten Kinder sprangen nun alsbald auf und guckten danach, undauch Barbara, die älteste, stand auf und guckte mit. Und die Kinderflüsterten und sprachen dies und das über den schönen Beutel und waswohl darin sein möchte. Und es gelüstete sie so sehr, es zu wissen,und da riß eines den Beutel von dem Nagel, und Barbara öffnete dieSchnur, womit er zugebunden war, und es fielen Äpfel und Nüsseherau

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