Wahrhaftig — eine Sideley!

Guirlanden
um
Die Urnen
der
Zukunft.

Eine
interessante, originelle
Familiengeschichte
aus dem drei und zwanzigsten Jahrhunderte
von
A. K. Ruh.

Leipzig 1800.
Im Verlag der Jos. Poltischen Buchhandlung.

Guirlanden
um
Die Urnen
der
Zukunft

Eine
Familiengeschichte
von
A. K. Ruh.

In drei Theilen oder Abschnitten.

Prag und Leipzig 1800.
Im Verlag der Jos. Poltischen Buchhandlung.

Dem
Herrn Stadtrath
Franz Pablitschek,
und
seiner Gemahlin
zugeeignet
vom
Verfasser.

Potui quod feci.

Erster Abschnitt.

Erstes Kapitel.
Blicke in die Zukunft.

An der unendlichen Uhr der Zeiten wirdder Zeiger der Jahrhunderte, auf dendreiundzwanzigsten Punkt deuten. FünfGenerationen des Menschengeschlechts werdennoch erstehn, wie im Frühling desJahrs der Fluren Blumengewand ersteht:wie im Herbste das bunte Laub von krafterschöpftenBäumen rieselt, werden sie fallen.

Eine neue Mennschensaat wird keimen,sprossen und reifen, gesäet von denHänden der Zeit.

Schwach und matt noch dämmert dieallbelebende Sonne Wahrheit durch dendichten Nebelflor der Vorurtheile und dendunkeln Wolkendampf des Dünkels; abersie werden erhellt werden, sinken werden dieNebel und Wolken, sich zertheilen undnimmer seyn. Und eine Sonne tritt hervoraus der Schacht des Wahnes, hellund glänzend wie der geläuterte Morgennach der Sturmnacht, mild wie der Thauin Perlen am Frühlingshalm, und labend wieAbendkühle den schweißtriefenden Schnitter.Edle Thaten der Menschen verketten undverdrängen sich vor meinem Blicke, wielieblich in einander flirrende Träume. EinOdem durchweht die eine Seele der neuendeutschen Familien; geadelt durch Geistesund Herzenkraft handlen sie edel und —menschlich.

Aus dem bunten Gewirr künftigerBegebenheiten drängt sich mir eine vor allenauf — nicht der Schönsten, schönste,aber auch nicht der Edelsten lezte.

Nehmt sie erwartungsvolle Leser,gefällig aus meinen Händen. Schwebetmit mir in dem Kahne der Fantasie auf,dem Meere der Zeiten 500 Jahre vorwärts.Seht diese neue Welt um euch und hört.Aber erwartet nicht vollkommen glükseeligeBewohner, vielleicht den Geistern der unsunbekannten andern Welt gleich. Auchdann — laßt über unserm Staube nochtausend Generationen wandeln, laßt Meereaustroknen zu Ländern, und Gebirgein Meere sich verändern — auch dann bleibender Erde Bewohner unvollkommne Geschöpfe— Menschen, gemischt aus gutenund niedrigen Neigungen.

Und du, o Genius

...

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