Anmerkungen zur Transkription

Das Original ist in Fraktur gesetzt.Im Original gesperrter Text ist so ausgezeichnet.Im Original in Antiqua gesetzter Text ist so markiert.

Weitere Anmerkungen zur Transkription befinden sicham Ende des Buches.

Cover
Bei Schwarzenbrunn.

Dekoration

Idisa,

eine thüringisch-fränkische Sagefür unsere Schuljugend,

von

Heinrich Langbein.

Titelblatt und Bilder

von

Wilhelm Scheibe.

Dekoration

Verlag der
J. F. Albrecht’schen Hofbuchhandlung.
Coburg 1908.


[3]

Dekoration
Idisa.

Nahe am Zusammenfluß der beiden Quellbächeder Werra bei Schwarzenbrunn teilt sich die von Eisfeldkommende Straße in einen nördlichen und einen östlichenArm. Vor vielen hundert Jahren standen dort ein paararmselige Holzhütten, deren Bewohner in der nahen Goldwäschereiihren Lebensunterhalt verdienten. Es war zwarherzlich wenig, was dabei herauskam, aber die meistenlebten doch mit den Ihren recht glücklich und zufrieden.Die Bewohner in dem letzten Häuschen da oben am»wirren« Wasser, wie sie es damals nannten, waren dieärmsten. Die bittere Not des Lebens hatte an ihrer Wiegegestanden, und es schien, als wollte sie ihnen Begleiterinsein bis an das Ende ihrer Tage. Als nun gar um dieliebe Weihnachtszeit beim Vater das alte Leiden sichwieder einstellte, sodaß er gichtbrüchig darniederlag, da[4]war die Not recht groß. Von Verdienst war keineRede, und wenn die Mutter die Kleinsten zu Bettbrachte und im Vaterunser die Worte sprach: »Unsertäglich Brot gib uns heute«, rollten ihr die dicken, heißenTränen über die abgehärmten Wangen. Mutter undKinder hatten den Hunger kennen gelernt. Elias, oderwie sie ihn im Dorfe nannten Elis, der größte Knabe,verstand wohl die Schmerzen und Sorgen, die am Mutterherzennagten, und tat, was in seinen schwachen Kräftenstand, der Mutter hilfreich beizustehen. Bald gab es einenBotengang nach Steinheid, wo gegen tausend Arbeiter imGoldbergwerk beschäftigt waren, bald sammelte er Holzund Reisig für die Nachbarn, die ihm zum Lohn einGeldstück oder ein Abendbrot verabreichten, bald trabte erals junger Klammermann durch den tiefen Schnee, umden Hausfrauen im nahen Städtchen geschnitzte Holzwarenfeil zu bieten. Alles, was er verdiente, brachte er treulichder Mutter, und so fristeten die Armen notdürftig ihrLeben. Aufs Frühjahr zu ging es mit d

...

BU KİTABI OKUMAK İÇİN ÜYE OLUN VEYA GİRİŞ YAPIN!


Sitemize Üyelik ÜCRETSİZDİR!