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| Frau Lagerlöf von Walter von Molo | 7 |
| Der Luftballon | 13 |
| Herrn Arnes Schatz | 37 |
| Reors Geschichte | 110 |
| Das Mädchen vom Moorhof | 116 |
| Das Schweißtuch der heiligen Veronika | 177 |
| Die Legende vom Vogelnest | 224 |
Die reine Frau hat das innigste Verhältnis zur Dichtkunst. Ihreseelische Veranlagung und ihre dadurch bedingten Aufgaben erhalten sie demwahrhaft Realen, dem Mysterium des Fühlens, das die Wurzel der Dichtkunstwar und ist, näher als den Mann, der vor allem durch die Tat und durch dieArbeit seines Kopfes wirkt, der sich im allgemeinen erst zum Zentrum desFühlens durchkämpfen muß. Wie den Mann die Bezwingung des weiteren Wegesstärkt und sichtet, hält die Nähe des Zieles die Frau, die die treuesteGefolgschaft jeder Kunst ist, entweder vom Selbstschaffen ab (meist zumSegen der Ihren!), oder sie wird, wenn sie selbst schafft, zumeist, geradedurch ihre Weiblichkeit, der Kunst verdorben: sie lernt nicht zu dem ihrAngeborenen zu, sie bleibt seelische Molluske, weil ihrem Werk nicht dieKnochen des unerbittlich logischen Denkens, die innere und äußere Form, involler Kraft zuwachsen. Die schöpferische Frau hat drum hauptsächlich dasGebiet der erzählenden Dichtung, deren Notwendigkeiten, in dieser Hinsicht,verhältnismäßig gering sind. Die Frau fabuliert! Sie erhält den Glauben anden unablässigen, unumstößlichen Sieg des Guten; sie ist, in ihrer reinstenErscheinung, Märchen und Sage! Alles, was der Kindersinn sehnsüchtig sucht,ist den Frauen vorhanden! Ihr ragendst